Die Narkose

So heute war es endlich so weit! Ich bin nun endlich meine Mandeln los!

Gestern checkte ich schon am Nachmittag ins KH ein und ich hatte mein Gespräch mit der Narkoseärztin. Als sie den Satz sagte "Garantie dafür, dass man wieder aufwacht kann ihnen niemand geben"  wurde mir schon anders und es steigerte meine Panik nochmal um ein vielfaches. Als dann ein anderer Narkosearzt auch noch mit mir redete und zu mir meinte, dass ein Autounfall beim nach Hause fahren weitaus wahrscheinlicher wäre, als aus der Narkose nicht mehr zu erwachen war ich ein wenig beruhigter.

Mit meinen Unterlagen ging ich zurück zur Station wo ich gleich mal eine Beruhigungstablette bekam, da ich so voller Angst war. Die Pille wirkte sogar ein wenig, ich wurde ein wenig ruhiger und dachte mir "So und das ziehst du morgen durch!".

Am Abend kam dann die Schwester und meinte, sie habe gerade den OP Plan erhalten und ich stehe für den nächsten Morgen gleich als erste auf der Liste . Das bedeutet, dass ich um 7 Uhr frisch geduscht in meinem sexy KH Nachthemd ohne Piercings und Schmuck bereit sein solle für die OP. Das letzte mal Essen durfte ich am Abend. Es gab einen mit Flachsen und Fett durchzogenen Schinken den ich nicht aß, weil mir davor ein wenig ekelte, sowie ein Radieschen, 3 Scheiben Brot und ein Ei. Ich stopfte alles ausser den Schinken in mich hinein, da ich ab 20 Uhr nüchtern sein solle. Trinken durfte ich ebenfalls nur bis Mitternacht.

Ich verbrachte eine schlaflose Nacht, lag lange munter, hörte Musik, dachte nach, hatte Ängste und trank kurz nach 11 Uhr noch viel Wasser zum Vorraus. Irgendwann schlief ich ein und ich erwachte wieder um 3 Uhr in der Früh. Von da an blieb ich munter liegen und um halb 6 Uhr in der Früh hüpfte ich unter die Dusche, wusch mir die Haare, putzte mir danach die Zähne, räumte ein wenig meinen Nachtkastenbereich auf, und dann kam auch schon die Schwester mit einer netten Beruhigungspille nahmens Tranxilium. Ich bekam gleich die doppelte Dosis als üblich, da ich sichtlich total viel Angst vor der Narkose hatte.

Um 7 Uhr nahm ich die Tablette ein und ich entfernte noch rasch mein Labretpiercing und meine Ohrpiercings und verstaute sie sicher im Safe. Um ca. 7:30 Uhr dann merkte ich eine minimale Wirkung des Tranxiliums. Es drehte sich ales ein wenig und ich wurde ein wenig müde. Aber meine Ängste waren nach wie vor vorhanden. Ich schaute dann schon pausenlos auf die Uhr und hoffte, dass bald der Träger kommen würde der mich in den OP bringt, denn ich spürte dass die WIrkung von der Pille schon wieder ein wenig nachlies .

Als dann der Träger kam, meinte ich, dass ich die OP abblase wenn ich nicht noch eine Pille bekomme zur Beruhigung, denn anscheinend wirkt die eine bei mir nicht. Er hielt dann Rücksprache mit dem Oberarzt und dieser erklärte mir dann, dass ich schon die Höchstdosis bzw. doppelte Dosis als normal bekommen hätte und von der Anästhesie her keine weitere mehr erlaubt sei, da sonst Komplikationen bei der Narkose auftreten können.

Na super ^^^! Diese Aussage machte mich nicht gerade beruhigter! Ich akzeptierte aber wohl oder übel alles und schon führte mich der Pfleger mit meinem Bett in Windeseile durchs ganze Krankenhaus durch viele, viele Gänge. Ich lag im Bett und hatte so eine Panik dass mir die Tränen herunterronnen .

Irgendwann nach langer Zeit kamen wir im OP an, und plötzlich waren ca. 5-6 grün vermummte Menschen um mich herum. Alle mit OP-Haube, Mundschutz und OP-Kleidung. Alle waren extrem freundlich zu mir. Jeder stellte sich bei mir vor, es waren viele Schwestern und Pfleger dabei und auch der Operateur stellte sich vor. Ich meinte noch zu ihm: " Aber sie schauen schon, dass ich es überlebe oder?" und er meinte, ganz selbstverständlich "Aber klar, da brauchen sie keine Angst haben, ich schaue sehr sehr gut auf sie" Er schaute sich schnell noch meinen Fragebogen durch, den ich ausfüllen musste und ich musste noch schnell die Einwilligung unterschreiben und schon wurde mein Bett weitergeschoben direkt in den OP. Man verlangte dann von mir, dass ich mich umlegte auf eine ganz flache Bahre, also tat ich dies. Sofort deckte man mich mit meinem Tuch zu, und darüber wurden meine Unter- und Oberschenkel angegurtet.

Mein rechter Arm wurde fixiert und dann der linke. Plötzlich stand eine Frau über mir und meinte "Hallo, ich bin die Anästhesistin". Ich sagte zur ihr "Werd ich wieder munter werden, sie machen ja, dass ich wieder wach werde oder?" und sie meinte "Aber natürlich, das ist meine Aufgabe! und lächelte mich an.

Dann bekam ich einen Fingerklipp um die Sauerstoffsättigung zu messen und ich hatte ganze 99 % O² Sättigung (juhu, dank meiner Nichtraucherkarierre wohl :-)))

Links wurde mir ein Venenzugang gelegt und dann wurde ein EKG geschrieben und das war anscheinend unauffällig, da niemand etwas sagte. Lediglich mein Ruhepuls lag vor lauter Angst und Panik bei 116.

Plötzlich, als es dann richtig zur Sache gehen sollte und alle grünen Leute um mich standen, überkam mich so eine Panik, dass ich tatsächlich meinte "Ich blas alles ab, ich will nicht." Alle sahen mich fragend an, und ich lag da, weinend, wimmerte und zitternd vor Panik und war völlig am Ende.

Die Anästhesistin meinte dann richtig lieb zu mir: "Denken sie sich einfach einen wunderschönen Traum aus, und sie werden kurz träumen und sind danach sofort wieder munter." 

"Okay" meinte ich dann, ohne Kraft und einfach da ich mich schon aufgeben hatte. Und ehe ich das sagte drückte man mir schon eine wiederlich stinkende schwarze Maske ins Gesicht und da man diese wirklich fest an mein Gesicht presste konnte ich gar nicht anders als einzuatmen. Man sagte mir,dass dies nur Sauerstoff wäre. Während ich die Maske im Gesicht hatte, hantierte die Anästhesistin am Zugang herum, spritzte mir wohl das Narkosemittel, das ganze dauerte einen Bruchteil einer Sekunde und von da an weiß ich nichts mehr.

22.6.09 16:48

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