2. Postoperativer Tag

Die Nacht war die absolute Hölle. Ich wäre beinahe zweimal fast erstickt. Meine Atemwege, dort wo einst die Mandeln waren, sind so geschwollen, dass die Atmung total verlegt ist sobald ich am Rücken liege oder etwas seitlich. Zudem ronn mir pausenlos ekliger Schleim von der Nase runter und blieb zwischen Nase und Mund hängen.

Dazu kamen dann noch mörderartige Hammerschmerzen, viel schlimmer noch als am Tag zuvor. Die Schmerzen strahlten in die Ohren und in den Nacken aus und beim Schlucken trieb es mir die Tränen in die Augen. Die Abendinfusion bekam ich um ca. 22 Uhr, danach ging es so halbwegs und ich fiel in einen unruhigen Schlaf. Als ich dann dass erste mal schweißgebadet erwachte, und fast erstickte, war es ca. 2 Uhr in der Früh und die Wirkung der Infusion war wieder weg. Ich hatte unheimlich starke Schmerzen. Ich klingelte nach der Schwester und diese brachte mir eine Eiskrawatte.

Irgendwann gegen 4 Uhr Früh erwachte ich erneut, weil ich keine Luft mehr bekam und vor Schmerzen nicht mehr schlafen konnte. Die Medikation wurde am Tag zuvor schon auf lösliche Tabletten umgestellt und ich warf mir also in Absprache mit der Schwester um 4 Uhr Früh eine Voltaren ein, welche dann gottseidank halbwegs wirkte.

Ich schlief bis ca. 8 Uhr und erwachte dann wieder mit erneuten Schmerzen. Dann bekam ich Tramaltropfen, welche gar nichts wirkten. Bei der Visite sah mir der Doktor in den Hals und meinte: "Sieht gut aus."

Hat der nicht mehr alle? Mein Hals sieht aus wie die Hölle. Dicke grau-weiße mörderschmerzende Beläge drauf, das Gaumenzäpfchen um das dreifache des normalen angeschwollen und alles knallrot da hinten, und er meint es sieht gut aus? Wow!

Ich muss viel essen heisst es, denn durch das nicht-Essen werden die Beläge dicker und es kommt zu Nachblutungen. Na super, und wie soll ich essen wenn mir alles weh tut und ich kurz vor dem verrecken bin? Zu Mittag dann der Hammer: Es gab ein Rinderschnitzel mit kleinen harten, trockenen Kartoffeln. Na super, wie soll ich das runter bringen? Mit Tränen in den Augen vor Schmerzen würgte ich einige Bissen hinunter.

Da der Doktor letztendlich aber sah, dass es mir sichtlich nicht gut geht, wegen den fiesen Schmerzen meinte er, man stellt nun wieder auf Infusionen um und, ich muss noch 1-2 Tage hier bleiben. Na super ^^. Wie soll ich das nur überleben, kurz vor dem Lagerkoller.

Da ich schon so viel Schmerzmittel intus hatte musste ich nun ausharren bis 15 Uhr, denn dann käme die nächste Infusion. Ich lag im Bett, mit Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Nackenschmerzen, Ohrenschmerzen, frierend und kaputt und wartete geduldig bis dann um 15 Uhr fast zeitgleich mit Mama, Christa und Basti, die Infusion geliefert wurde.

Die 15 Uhr Infusion wirkte letztendlich dann recht gut, und ich konnte endlich ein paar Bissen vom Mittagessen machen, welches ich mir extra aufgehoben hatte. Ich aß den Vanillepudding (lecker!) und ein paar Kartoffeln und Gemüse, so gut wie ohne Schmerzen, dank dem Medikament.

Mit Mama, Christa und Basti ging ich dann hinunter in die Krankenhaushalle und ich kaufte mir ein Sudokuheft.

Nun sind die drei wieder gefahren, es ist 17:30 Uhr, die Schmerzen sind ca. bei 2, was ich sehr gut werte, udn ich hoffe es bleibt so. Nun hab ich gerade noch mit der Betaisodonalösung gegurgelt und jetzt werd ich mich wieder etwas schlafen legen. Was soll man sonst hier tun ausser schlafen und herumliegen.

 

24.6.09 17:40, kommentieren

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1. Postoperativer Tag

Die Nacht war voll die Hölle, ich hatte solche Schmerzen. Ich dachte niemals, dass es so schlimm sein würde.

Heute sah ich mir meinen Hals mal genauer an mit Spiegel und Licht! OH MANN ! Es wurde da hinten wo die Mandeln waren alles ausgehöhlt, nur noch 2 Hohlräume sind da und ein fetter grauer-braun-weißer Belag dran überall. Mein Zahnfleisch wurde anscheinend etwas verletzt, beim letzten Weisheitszahn hab ich einen kleinen Schnitt, und meine Zunge ist auf der einen Seite total geschwollen und tut weh. Von der Intubation und vom fixieren der Zunge sagte man mir.

Nun bleibe ich bis Donnerstag im Krankenhaus hier, dann werde ich wahrscheinlich entlassen. Schön langsam bekomm ich den Lagerkoller  , und das schon am 3. Tag. Wenn ich am Donnerstag nach Hause darf, war ich dann insgesamt 5 Tage da, das reicht völlig glaube ich.

Vorhin kam noch eine Schwester welche mich über Nachblutungen aufklärte und mir etwas Bedenken machte. Wenn ich mir meinen Hals so ansehe und mir vorstelle, dass die dicken Beläge alle runtermüssen irgendwann - na super! Hoffentlich kommts nicht zu einer Blutung.

Hunger hab ich komischerweise fast gar keinen, doch leider muss ich essen, damit die Beläge nicht zu dick werden, denn das erhöht wiederum die Gefahr einer Nachblutung. In der Früh aß ich ein paar Bissen von einem Kipferl, doch viel brachte ich vor Schmerzen nicht runter. Zu Mittag gabs Putengeschnetzeltes mit Hörnchen und als Nachspeise Schokopudding. Auch da ging nicht viel, doch das Abendessen ging dann schon leichter. Die letzte Schmerzinfusion wirkte dann doch recht gut und ich aß ein paar Toastbrote und als Nachspeise einen Vanillepudding.

Gerade kommen die Schmerzen wieder etwas, aber am Abend bekomm ich gottseidank noch eine Infusion.

Haarewaschen dürfte ich mir auch nicht eigentlich, doch darauf hab ich geschissen , denn ich MUSS mir einfach täglich die Haare waschen, ohne Haare waschen bekomm ich die Krise.

Meine Bettnachbarin ist heute entlassen worden, und ich bin derzeit alleine im Zimmer, was ich gar nicht so übel finde. Kann chatten, smsen, Musik hören und Fernsehen so lange ich will.

Heute waren mich unter anderem einige Schulkolleginnen besuchen. Tut richtig gut, den Draht zur Aussenwelt nicht zu verlieren.

Von der Family war nur Mama da, ohne Basti, da dieser nicht viel geschlafen hatte zu Mittag und daher schon sehr müde war. Donnerstag darf ich hoffentlich endlich heim!! JUHU!!

1 Kommentar 23.6.09 18:01, kommentieren

Das Aufwachen

Nachdem ich also in einem Bruchteil einer Sekunde einfach weg war, war das nächste was ich mitbekam, dass ich seitlich in einem Bett lag, eine Stützrolle im Rücken, damit ich mich nicht auf den Rücken drehen konnte und es waren viele Stimmen in dem Raum wo ich war.

Ich konnte die Augen kaum aufmachen, denn ich sah alles so verschwommen, als ob ich erblindet wäre. Alle zwei Minuten kam jemand anderer zu mir und fragte mich wie es mir geht, wie ich mich fühle. Ich hatte ein wenig Schwierigkeiten beim Atmen, irgendwie fühlte es sich an, als ob ich zu wenig atmen würde. Ich hatte eine Dauerblutdruckmanschette am rechten Arm und einen Fingerklipp zum Sauerstoffmessen am rechten Finger.

Immer wieder kam wer und ich fragte dann einen Typen der ans Bett kam (der Chirurg wie sich nachher rausstellte ) wie spät es ist und wie lange die OP gedauert hätte. Er meinte, die OP hat 30 Minuten gedauert.

Ich weiß nicht wie lange ich noch so dalag, ganz umnebelt und halb schlafend. Ich versuchte immer wieder die Augen zu öffnen, doch es gelang mir nicht ganz und ich sah alles ganz verschwommen. "Ich kann nicht gscheit sehen!" meinte ich, und eine Schwester meinte gleich darauf, das sei, weil man mir eine Salbe in die Augen tat während der OP.

Irgendwann, wurde mein EKG, was ich noch immer dran hatte entfernt, der Blutdruckmesser und auch das Pulsoxy und ich wurde dann wieder auf die Station geführt wo ich nun seit ein paar Stunden bin. Von da an begannen dann die höllischen, extrem starken Schmerzen .  Ich habe solche Schmerzen wie noch nie zuvor im Leben, die Geburt war Balsam dagegen.

Nach ca. 2 Stunden musste ich das erste mal Aufstehen um zur Toilette zu gehen und eine Schwester ging mit mir mit. Gottseidank! Sonst wäre ich mitten am Häusel umgekippt. Mir wurde auf einmal speiübel und ich war totenblass im Gesicht. Ab ins Bett in Windeseile und die Schwester kam mit dem Blutdruckmessgerät gerannt. Ich hatte 90/60 - also etwas wenig.

Heute bekam ich schon eine Infusionsflasche gegen Schmerzen angehängt während der OP sagte man mir, aber die Wirkung lässt zu wünschen übrig. Am Nachmittag gegen 14 Uhr bekam ich wieder eine und nun ist es 17 Uhr und die Schmerzen werden schon wieder schlimmer.

Heute bekomme ich nur Tee und kühles Wasser zu trinken, doch Hunger hab ich momentan eh keinen. Morgen früh gibts dann Kipferl. Zum Trinken muss ich mich echt überwinden. Hab seit gestern Nacht vor 24 Uhr vlt. ein Glas Wasser/Tee getrunken in Summe.

Mama und Basti waren mich heute schon besuchen, doch Basti war etwas unrund und so konnten sie nicht lange bleiben. Werde mich jetzt noch ein wenig ausruhen, versuchen ein paar Schlücke zu trinken und dann freue ich mich auf mein Schmerzmittel!

 

22.6.09 17:02, kommentieren

Die Narkose

So heute war es endlich so weit! Ich bin nun endlich meine Mandeln los!

Gestern checkte ich schon am Nachmittag ins KH ein und ich hatte mein Gespräch mit der Narkoseärztin. Als sie den Satz sagte "Garantie dafür, dass man wieder aufwacht kann ihnen niemand geben"  wurde mir schon anders und es steigerte meine Panik nochmal um ein vielfaches. Als dann ein anderer Narkosearzt auch noch mit mir redete und zu mir meinte, dass ein Autounfall beim nach Hause fahren weitaus wahrscheinlicher wäre, als aus der Narkose nicht mehr zu erwachen war ich ein wenig beruhigter.

Mit meinen Unterlagen ging ich zurück zur Station wo ich gleich mal eine Beruhigungstablette bekam, da ich so voller Angst war. Die Pille wirkte sogar ein wenig, ich wurde ein wenig ruhiger und dachte mir "So und das ziehst du morgen durch!".

Am Abend kam dann die Schwester und meinte, sie habe gerade den OP Plan erhalten und ich stehe für den nächsten Morgen gleich als erste auf der Liste . Das bedeutet, dass ich um 7 Uhr frisch geduscht in meinem sexy KH Nachthemd ohne Piercings und Schmuck bereit sein solle für die OP. Das letzte mal Essen durfte ich am Abend. Es gab einen mit Flachsen und Fett durchzogenen Schinken den ich nicht aß, weil mir davor ein wenig ekelte, sowie ein Radieschen, 3 Scheiben Brot und ein Ei. Ich stopfte alles ausser den Schinken in mich hinein, da ich ab 20 Uhr nüchtern sein solle. Trinken durfte ich ebenfalls nur bis Mitternacht.

Ich verbrachte eine schlaflose Nacht, lag lange munter, hörte Musik, dachte nach, hatte Ängste und trank kurz nach 11 Uhr noch viel Wasser zum Vorraus. Irgendwann schlief ich ein und ich erwachte wieder um 3 Uhr in der Früh. Von da an blieb ich munter liegen und um halb 6 Uhr in der Früh hüpfte ich unter die Dusche, wusch mir die Haare, putzte mir danach die Zähne, räumte ein wenig meinen Nachtkastenbereich auf, und dann kam auch schon die Schwester mit einer netten Beruhigungspille nahmens Tranxilium. Ich bekam gleich die doppelte Dosis als üblich, da ich sichtlich total viel Angst vor der Narkose hatte.

Um 7 Uhr nahm ich die Tablette ein und ich entfernte noch rasch mein Labretpiercing und meine Ohrpiercings und verstaute sie sicher im Safe. Um ca. 7:30 Uhr dann merkte ich eine minimale Wirkung des Tranxiliums. Es drehte sich ales ein wenig und ich wurde ein wenig müde. Aber meine Ängste waren nach wie vor vorhanden. Ich schaute dann schon pausenlos auf die Uhr und hoffte, dass bald der Träger kommen würde der mich in den OP bringt, denn ich spürte dass die WIrkung von der Pille schon wieder ein wenig nachlies .

Als dann der Träger kam, meinte ich, dass ich die OP abblase wenn ich nicht noch eine Pille bekomme zur Beruhigung, denn anscheinend wirkt die eine bei mir nicht. Er hielt dann Rücksprache mit dem Oberarzt und dieser erklärte mir dann, dass ich schon die Höchstdosis bzw. doppelte Dosis als normal bekommen hätte und von der Anästhesie her keine weitere mehr erlaubt sei, da sonst Komplikationen bei der Narkose auftreten können.

Na super ^^^! Diese Aussage machte mich nicht gerade beruhigter! Ich akzeptierte aber wohl oder übel alles und schon führte mich der Pfleger mit meinem Bett in Windeseile durchs ganze Krankenhaus durch viele, viele Gänge. Ich lag im Bett und hatte so eine Panik dass mir die Tränen herunterronnen .

Irgendwann nach langer Zeit kamen wir im OP an, und plötzlich waren ca. 5-6 grün vermummte Menschen um mich herum. Alle mit OP-Haube, Mundschutz und OP-Kleidung. Alle waren extrem freundlich zu mir. Jeder stellte sich bei mir vor, es waren viele Schwestern und Pfleger dabei und auch der Operateur stellte sich vor. Ich meinte noch zu ihm: " Aber sie schauen schon, dass ich es überlebe oder?" und er meinte, ganz selbstverständlich "Aber klar, da brauchen sie keine Angst haben, ich schaue sehr sehr gut auf sie" Er schaute sich schnell noch meinen Fragebogen durch, den ich ausfüllen musste und ich musste noch schnell die Einwilligung unterschreiben und schon wurde mein Bett weitergeschoben direkt in den OP. Man verlangte dann von mir, dass ich mich umlegte auf eine ganz flache Bahre, also tat ich dies. Sofort deckte man mich mit meinem Tuch zu, und darüber wurden meine Unter- und Oberschenkel angegurtet.

Mein rechter Arm wurde fixiert und dann der linke. Plötzlich stand eine Frau über mir und meinte "Hallo, ich bin die Anästhesistin". Ich sagte zur ihr "Werd ich wieder munter werden, sie machen ja, dass ich wieder wach werde oder?" und sie meinte "Aber natürlich, das ist meine Aufgabe! und lächelte mich an.

Dann bekam ich einen Fingerklipp um die Sauerstoffsättigung zu messen und ich hatte ganze 99 % O² Sättigung (juhu, dank meiner Nichtraucherkarierre wohl :-)))

Links wurde mir ein Venenzugang gelegt und dann wurde ein EKG geschrieben und das war anscheinend unauffällig, da niemand etwas sagte. Lediglich mein Ruhepuls lag vor lauter Angst und Panik bei 116.

Plötzlich, als es dann richtig zur Sache gehen sollte und alle grünen Leute um mich standen, überkam mich so eine Panik, dass ich tatsächlich meinte "Ich blas alles ab, ich will nicht." Alle sahen mich fragend an, und ich lag da, weinend, wimmerte und zitternd vor Panik und war völlig am Ende.

Die Anästhesistin meinte dann richtig lieb zu mir: "Denken sie sich einfach einen wunderschönen Traum aus, und sie werden kurz träumen und sind danach sofort wieder munter." 

"Okay" meinte ich dann, ohne Kraft und einfach da ich mich schon aufgeben hatte. Und ehe ich das sagte drückte man mir schon eine wiederlich stinkende schwarze Maske ins Gesicht und da man diese wirklich fest an mein Gesicht presste konnte ich gar nicht anders als einzuatmen. Man sagte mir,dass dies nur Sauerstoff wäre. Während ich die Maske im Gesicht hatte, hantierte die Anästhesistin am Zugang herum, spritzte mir wohl das Narkosemittel, das ganze dauerte einen Bruchteil einer Sekunde und von da an weiß ich nichts mehr.

22.6.09 16:48, kommentieren

Test

Test 12345

20.6.09 19:42, kommentieren